07.04.2016

Entschiedenes Nein zum Kirchholztunnel

Bild: BGSw110607c
Das Monsterbauwerk Knoten Nord am Golling
SPD Bayerisch Gmain nimmt Stellung zum Bundesverkehrswegeplan
Mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan hat sich die Bayerisch Gmainer SPD bei ihrer letzten Sitzung beschäftigt. Neben den regional interessierenden Vorhaben wie dem A 8-Ausbau zwischen Inntaldreieck und Grenze und den Ortsumfahrungen Laufen und Hammerau ist hier besonders das Vorhaben OU Bad Reichenhall von Bedeutung.
Es handelt sich dabei um den schon aus dem Planfeststellungsverfahren 2011 bekannten Bau des Kirchholz- und Stadtbergtunnels mit den Verkehrsknoten Nord, Mitte und Süd. Die Strecke ist 5,1 km lang, die Baukosten sind mit 174,9 Mio. € angegeben.
Wie der Ortsvorsitzende Franz Sicklinger eingangs betonte, sei hier Kirchturmdenken nicht angebracht, sondern man müsse Nutzen und Schaden für den gesamten betroffenen Bereich gegeneinander abwägen. Man sei sich der Belastung für die Anwohner an der Umgehungsstraße sehr wohl bewusst, aber die Probleme einfach auf die andere Seite der Stadt zu verschieben, sei nicht die richtige Lösung. Zumal die Entlastung der Umgehungsstraße durch den Tunnelbau relativ gering sei, denn nach den eigenen Zahlen der Planer würden dann nur knapp 15 % weniger Fahrzeuge die Umgehungsstraße befahren als ohne den Tunnelbau.
Demgegenüber seien die Nachteile der Tunnellösung gravierend. Gemeinderat Arnim Schläfke wies auf die Luftverschmutzung im Kirchholz durch den geplanten Lüftungskamin und die geologischen Risiken der Untertunnelung von Wohnbebauung auf dem Kirchholzrücken hin. Der Kamin sei nur 250 – 300 m von der Wohnbebauung entfernt, durch ihn würden die gesammelten Schadstoffemissionen (Abgase, Feinstaub) des gesamten Tunnels ausgeblasen, die sich bei Inversionswetterlagen auf die Umgebung verteilen könnten. Das Kirchholz selber sei kein gewachsener Fels, sondern ein sog. Haselgebirge, das infolge seiner Zusammensetzung labil und einsturzanfällig sei. Weil in den Planfeststellungsunterlagen eine Schädigung der Reichenhaller Solequellen nicht ausgeschlossen worden sei, befürchtete Patricia Reisbacher eine Katastrophe für den Lebensnerv Bad Reichenhall, falls dies tatsächlich eintreten würde. Den Knoten Mitte am Golling bezeichnete Franz Sicklinger als Monsterbauwerk, das das Naherholungsgebiet Golling weitgehend zerstören würde. „Man stelle sich nur einmal“, machte er deutlich, „auf die gegenüberliegende Seite der B 20 und stelle sich vor, dass von der Gmainer Straße bis auf Höhe der Schmölzl-Einfahrt ein riesiges und weit in den Golling hineinragendes Loch im Gelände klaffe“. Denn diese Flächen, horizontal und vertikal, würden für das Kreuzungsbauwerk mit der Berchtesgadener Straße benötigt, wie die Pläne zeigen. Zudem verlaufen die Fahrbahnen am Knoten Mitte vom Tunnelportal Golling bis zum Tunnelportal Stadtberg oberirdisch und zum größten Teil hoch über dem Gelände, was bedeutet, dass die nur wenig davon entfernte Wohnbebauung Obere Stadt unter den Lärm- und Schadstoffemissionen zu leiden hätte.
Zusammenfassend waren sich die Teilnehmer einig, dass die Nachteile des geplanten Tunnels die Vorteile bei weitem überwiegen, weshalb das Vorhaben eindeutig abzulehnen sei, zumal es ja auch realisierbare Alternativen gebe. Sicklinger erinnerte in diesem Zusammenhang an den Vorschlag des Verkehrsexperten Dr. Hunger, der eine Ertüchtigung der Umgehungsstraße, dort einen aktiven Lärmschutz und einen Anschluss des Verkehrs Richtung Berchtesgaden über einen Kreisverkehr am Festplatz vorgeschlagen habe. Die SPDler mahnten an, dass endlich etwas zum Schutz der Anlieger an der Umgehungsstraße getan werden müsse, statt sie jahrzehntelang auf den Bau des Kirchholztunnels zu vertrösten.
Abschließend wurde darauf hingewiesen, dass es beim Bundesverkehrswegeplan-Verfahren eine eigenständige Bürgerbeteiligung gebe, die mit dem seinerzeitigen Planfeststellungsverfahren formal nichts zu tun habe, die damals erhobenen Einwendungen fließen hier nicht mit ein. Vielmehr besteht die Möglichkeit, auf den Bundesverkehrswegeplan durch Abgabe einer Stellungnahme Einfluss zu nehmen; diese ist an das Bundesverkehrsministerium, Referat G12, 10115 Berlin, Stichwort „BVWP 2030“ zu richten oder kann auch über Internet abgegeben werden, letzter Einsendeschluss ist der 2. Mai 2016. Die SPD Bayerisch Gmain fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf, von dieser Beteiligungsmöglichkeit reichlich Gebrauch zu machen.




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