11.01.2018

Fairer Lohn und gute Rente

Bild: Gewerkschaftsgespräch 2018
Gewerkschafter und Sozialdemokraten diskutierten über Herausforderungen der Politik 2018
Den Jahresbeginn nahmen Vertreter der heimischen Gewerkschaften zum Anlass, um sich in kleiner Runde mit sozialdemokratischen Kommunalpolitikern, Vorstandsmitgliedern und Kandidaten über die 2018 anstehenden politischen Entscheidungen im Bistro „Krepfei“ in Anger auszutauschen. Als für die Menschen in der Region besonders bedeutsam stellten die Arbeitnehmervertreter Fragen der Lohngerechtigkeit und der Rentenpolitik heraus.

Gerade in wirtschaftlich guten Zeiten sei die Stärkung der gesetzlichen sozialen Sicherungssysteme von oberster Bedeutung, stellte der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dieter Schaefer in seiner Begrüßung fest. „Nach all den wenig erfolgreichen Bemühungen, private Altersvorsorge durch die Riester-Förderung und andere Instrumente attraktiver zu machen, zeigt sich: die gesetzliche Rente ist gerade in unserem Landkreis weiter das wichtigste und für viele Menschen einzige finanzielle Standbein, um die Zeit nach dem aktiven Erwerbsleben zu gestalten“, machte er deutlich. Deshalb hätten zu Recht vor der Jahreswende mehrere Einzelgewerkschaften im Berchtesgadener Land deutlich Farbe für eine gesetzliche Rente bekannt, die vor Armut im Alter schützt.

Der SPD-Kreisvorsitzende und Kreisrat Roman Niederberger unterstützte diese Forderungen. Im Jahr nach der Bundestagswahl sollten aber die Weichen auch längerfristig richtiggestellt werden. Um die Zahl der Versicherten dauerhaft zu stabilisieren und auch kleine Selbständige vor Altersarmut zu schützen, müsse das derzeitige System in Richtung einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickelt werden. Seine Stellvertreterin, die Laufener Stadträtin und designierte Landtagskandidatin der SPD Susanne Aigner wies insbesondere auf die niedrigen Renten von Frauen im Landkreis hin und sah hier besonderen Handlungsbedarf.

Güldane Akdemir von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erinnerte an den unmittelbaren Zusammenhang zwischen niedrigen Löhnen und knappen Renten. Deswegen brauche es jetzt nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns dringend weitere Schritte: „Wir müssen zurück zur gemeinsamen und gleichen Finanzierung des Gesundheitswesens durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Und wir brauchen endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Zeit- und Leiharbeiter“, machte sie deutlich. Einig war sie sich mit Susanne Aigner darüber, dass es 2018 auch einen neuen und verbesserten Anlauf für ein Gesetz zur Schließung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern braucht.

Markus Aicher, 31-jähriger Kinderpfleger aus Teisendorf will sich für die SPD um das Mandat im Bezirkstag Oberbayern bewerben und kam auf die Situation der Menschen in den sozialen Berufen zu sprechen. „Der große Anteil der Bereiche Pflege, Gesundheit und Betreuung an der Wertschöpfung in unserer regionalen Wirtschaft wird deutlich unterschätzt“, stellte er fest. Dementsprechend fehle es gegenüber den in diesen Branchen tätigen Menschen oftmals immer noch an der Wertschätzung ihrer Arbeit, die sich neben anständigen Löhnen auch in guten und die Gesundheit schützenden Arbeitsbedingungen zeigen müsste.

Ein gemeinsames Anliegen von Gewerkschaften und Sozialdemokratie ist die Solidarität mit den Schwächeren in der Gesellschaft. Um hier zu Beginn des Jahres klar Farbe zu bekennen, laden die Kreisverbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes am 19. Januar in die Kritische Akademie nach Inzell zu einem Neujahrsempfang mit Prof. Thomas Beyer ein, der zum Thema „Armut in einem reichen Land“ sprechen wird. Dieter Schaefer rief zum Abschluss des Gesprächs zu einer regen Teilnahme an der Veranstaltung auf, um ein Zeichen für ein solidarisches Bayern zu setzen.

Foto: Gewerkschafter und Sozialdemokraten im Gespräch über die Situation im Landkreis (von links nach rechts):
Dieter Schaefer (Kreisvorsitzender Deutscher Gewerkschaftsbund), Güldane Akdemir (Dienstleistungsgewerkschaft ver.di), Susanne Aigner (stv. SPD-Kreisvorsitzende, Stadträtin in Laufen), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender, Kreisrat), Markus Aicher (SPD-Kreisvorstandsmitglied)


Susanne Aigner Markus Aicher Roman Niederberger Güldane Akdemir Sozialpolitik 

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