24.09.2018

SPD Bayerisch Gmain besichtigt das Klärwerk

Bild: BGSw18091904
Die SPD-Besuchergruppe im Klärwerk
Landtagskandidatin Susanne Aigner zu Besuch
Nachdem die Um- und Ausbauarbeiten zur Ertüchtigung des Bayerisch Gmainer Klärwerks schon weit fortgeschritten sind, statteten die Bayerisch Gmainer SPDler dem Klärwerk einen Besuch ab, um sich dort eingehend zu informieren. Klärwärter Harry Pirker führte durch die Anlage und erläuterte den Besuchern die baulichen und technischen Gegebenheiten und Neuerungen ausführlich.

Die Kläranlage ist, wie Harry Pirker ausführte, ein Gemeinschaftsunternehmen der Gemeinden Bayerisch Gmain und Großgmain mit zusammen etwa 6.000 Einwohnern; beide Gemeinde sind je zu einer Hälfte beteiligt, sie teilen sich sowohl die Betriebskosten als auch die Investitionen. Messgröße für die Kapazität der Anlage sind aber die sog. Einwohnergleichwerte (weil ja Industriebetriebe, Gastronomie usw. mehr Abwasser erzeugen als private Haushalte), das Bayerisch Gmainer Klärwerk ist auf ca. 12.000 EGW ausgelegt, es bietet also auch in Zukunft noch Kapazitäten für die Erweiterung der beiden Gemeinden.

Die jetzige Kläranlage besteht seit 1972 und wurde seither mehrmals erweitert und den sich ändernden technischen Anforderungen angepasst. Neue Vorschriften machten nun eine grundlegende Überarbeitung/Verbesserung der Anlagen und der Produktionsprozesse notwendig. Ein auf Kläranlagenbau spezialisiertes Ingenieurbüro wurde mit der Planung und der Umsetzung beauftragt. 3,6 Mio. € müssen investiert werden, um die Anlage auf den neuesten Stadt der Technik zu bringen. So müssen etwa der Rechen, der Faulturm, das Klärbecken, der Gasbehälter, ein Blockheizkraftwerk und andere Einrichtungen erneuert, umgebaut oder neu installiert werden.

Zum besseren Verständnis erläuterte Herr Pirker dann die grundsätzliche Funktionsweise einer heutigen Kläranlage. Dort wird in einem komplizierten Zusammenwirken von mehrstufigen Produktionsprozessen (mechanisch, biologisch und chemisch) das Abwasser gereinigt. In einen Rechen und im Sandfang werden zuerst grobe Verunreinigungen aus dem Abwasser entfernt. Im darauf folgenden Vorklärbecken setzen sich ungelöste Stoffe als Schlamm ab und werden in den Faulturm gepumpt. Im folgenden Belebungsbecken werden dann die biologischen Verunreinigungen durch Bakterien und Mikroorganismen abgebaut. Im Nachklärbecken wird nochmals durch Absetzen Klärschlamm abgebaut, bevor das gereinigte Abwasser in den Weißbach fließt. Der in den Faulturm gepumpte Klärschlamm wird durch Erhitzung verdickt, wobei die dabei entstehenden Gase in einem Gasbehälter geleitet werden, der verbleibende Klärschlamm wird entsorgt.

In der Reihenfolge der „Produktion“ wurden dann die einzelnen Stationen besichtigt, wobei Harry Pirker die Besonderheiten erläuterte. Der Rechen z.B. wurde auf eine engere 3 mm-Spaltenbreite umgerüstet, wodurch weniger Feststoffe die Klärbecken belasten. Das Belebungsbecken wurde zweigeteilt, womit ein besserer biologischer Abbau erreicht wird. Der Faulturm, 13 m hoch, wurde neu eingerichtet und ein neuer Gasbehälter mit 100 m³ Volumen aufgestellt; das Gas wird in Verbindung mit einem Blockkraftheizwerk zur Beheizung des Faulturms und sogar zur Stromerzeugung verwendet. Eine Maschine zur Schlammverdickung wurde installiert, damit verringert sich der abzutransportierende Klärschlamm. Der verdickte Klärschlamm wird zur Umweltschutzanlage Siggerwiesen (bei Salzburg) verbracht und dort thermisch verwertet. In den Weißbach fließt zum Schluss nur sauberes Wasser. Harry Pirker brachte zum Schluss seine Überzeugung zu Ausdruck, dass mit dem jetzigen Um- und Ausbau und der Ertüchtigung des Klärwerks die Anlage auf den neuesten Stand gebracht wurde, und den Bayerisch Gmainer und Großgmainer Bürgern jetzt eine moderne, leistungsfähige und zukunftssichere Kläranlage zur Verfügung steht.

Mit dabei bei der Besichtigung war auch die SPD-Landtagskandidatin und Laufener Stadträtin Susanne Aigner. Sie fand das Beispiel Klärwerk Bayerish Gmain besonders interessant, weil es sich dabei um ein bayerisch-österreichisches Gemeinschaftsprojekt zwischen den Gemeinden Bayerisch Gmain und Großgmain handelt.

Der SPD-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Arnim Schläfke bedankte sich abschließen bei Harry Pirker für seine informative Führung. Er zeigte sich überzeugt, dass die Investitionen von 3,6 Mio. € gut angelegtes Geld seien, denn die Ertüchtigung der Kläranlage diene nicht nur den Bürgern durch eine höhere Rentabilität, sondern durch den nachhaltigen Einsatz umweltfreundlicher Techniken auch der Umwelt.







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