02.08.2009

SPD Bayerisch Gmain besucht Saline Bad Reichenhall

Bild: BGSw090730c
Im Rahmen ihrer Reihe "Betriebsbesichtigungen" besuchte die Bayerisch Gmainer SPD die Neue Saline in Bad Reichenhall. Mit von der Partie war die Münchner SPD-Landtagsabgeordnete Adelheid Rupp, die gerade bei den Bayerisch Gmainer Sozialdemokraten zu Besuch war.

Die Saline in Bad Reichenhall sei nicht nur der älteste, seit Jahrhunderten bestehende Betrieb Reichenhalls, bemerkte einleitend der Bayerisch Gmainer Ortsvorsitzende Franz Sicklinger, sondern habe wie kein anderer die geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung der Salzstadt und der Region geprägt. Zudem bereichere sie mit den touristischen Angeboten auch die Anziehungskraft des Berchtesgadener Landes und sei einer der größeren Arbeitgeber der Region. Standortleiter Jürgen Engl ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen und ihnen in kurzen Zügen die Saline Bad Reichenhall in ihrer heutigen Struktur vorzustellen. Sie ist einer der drei Standorte der Südsalz GmbH, die über die SWS-Alpensalz GmbH der Südwestdeutsche Salzwerke AG gehört. Diese wiederum gehört mehrheitlich der Stadt Heilbronn und der Landesstiftung Baden-Württemberg.

Vor der Führung durch die Werksanlagen stellte Kurt Schlosser Entstehungsgeschichte, Produktionsmethoden und Produktentwicklungen des Salzes und der Saline Bad Reichenhall vor. Vor 250 Millionen Jahren entstanden durch Abtrennung von Binnenmeeren vom Urmeer, der dann einsetzenden Wasserverdunstung und Sedimentablagerung des kristallinen Salzes die heutigen Salzstöcke, die dann durch Auffaltung der Alpen von Gebirgsmassen überdeckt wurden. Man nimmt an, dass bereits in der Bronzezeit (ca. 2000 v.Chr.) in Bad Reichenhall Salz aus der Natursole gewonnen wurde, nachgewiesen ist dies aus der Römerzeit (1. Jh.n.Chr.) und erst recht aus dem Mittelalter. Waren die Sudstätten lange Zeit Eigentum kirchlicher und bürgerlicher Herrschaften (wovon auch mehrere "Salzkriege" zwischen Salzburg, Bad Reichenhall und Berchtesgaden zeugen), so übernahmen Ende des 15. Jh. die bayerischen Herzöge die Salzproduktion und sicherten sich damit eine bedeutende Einnahmequelle für das Herzogtum. Rund 400 Jahre befand sich die Saline in bayerischem Staatsbesitz, bis sie in den 90-er Jahren privatisiert und in neue Eigentumsverhältnisse und ihre heutige Rechtsform überführt wurde.

Die Saline produziert rund 300.000 t Salz im Jahr und bezieht ihren "Rohstoff" etwa zu 2/3 aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden und zu 1/3 aus der Natursole in Bad Reichenhall. In Berchtesgaden wird das Salz bergmännisch in Bohrspülwerken abgebaut und über die Soleleitung nach Reichenhall gepumpt, in Bad Reichenhall wird die Natursole aus ca. 500 m Tiefe mit mehreren Pumpbrunnen an verschiedenen Stellen gefördert.

Die anschließende Führung durch die Saline folgte dem Produktionsablauf. Am Anfang der Produktionsstrecke stehen große Hochbehälter, wo die Rohsole von Verunreinigungen gereinigt wird; von dort gelangt die Sole in die Verdampferanlagen, wo der Sole ein großer Teil des Wassers entzogen wird. Der verbleibende Solebrei wird dann in Zentrifugen nochmals dehydriert, und Heißlufttrockner entziehen dann den letzten Rest an Feuchtigkeit. Das trockene, rieselfähige Salz gelangt dann über Sieb-, Misch- und Dosierungsanlagen zu den Verpackungsstraßen, wo es in die unterschiedlichsten Verpackungen abgefüllt wird.

Die Teilnehmer erfuhren dabei auch, dass in der Saline rund 400 verschiedene Produkte hergestellt werden; es handelt sich dabei nicht nur um das allen geläufige Speisesalz mit den im Hauhalt verwendeten verschiedenen Beimischungen (Jod, Fluor, Folsäure, Gewürze, Kräuter); auch die Nahrungsmittelindustrie braucht große Mengen an Speisesalz (z.B. für die Herstellung von Brot, Käse und Fleisch). In der Industrie wird Salz für die Herstellung verschiedener Produkte (wie z.B. Glas, Farben, Textilien, Aluminium) benötigt. Schließlich ist allen das Auftausalz bestens bekannt, ohne dass der heutige Straßenverkehr im Winter kaum noch zu bewältigen wäre.

Den Ausführungen von Betriebsrat Robert Osterholzer war zu entnehmen, dass für die 168 Beschäftigten ein Haustarifvertrag besteht und dass die Rationalisierungsprozesse der vergangenen Jahre ohne betriebsbedingte Kündigungen abgewickelt werden konnten. Dass die Saline für verschiedene Berufe ausbildet, und das sogar über den eigenen Bedarf hinaus, begrüßte der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende von Bayerisch Gmain, Arnim Schläfke, außerordentlich, da damit den jungen Leuten unserer Region eine Chance auf eine abgeschlossene Berufsausbildung gegeben werde. Die Abgeordnete aus München, Adelheid Rupp, musste sich den (scherzhaft gemeinten, aber historisch richtigen) Hinweis gefallen lassen, dass die Landeshauptstadt schließlich seine Existenz nur dem Reichenhaller Salz verdanke; sie hinwiederum kritisierte, dass der Freistaat Bayern mit der Saline Bad Reichenhall wertvolles Vermögen verscherbelt habe, das nun bei den weitsichtigeren Baden-Württembergern, auch dort im staatlichen bzw. städtischen Eigentum, gelandet sei.

Franz Sicklinger bedankte sich bei den Vertretern der Saline für die Gelegenheit, diesen wichtigen Betrieb zu besichtigen, und bei den Teilnehmern für ihr großes Interesse. Man habe beeindruckende Zahlen und Fakten gehört und imponierende Industrieanlagen besichtigen können; damit sei das Wissen um die Bedeutung dieses Betriebs bestätigt und verstärkt worden. Ein großer Teil des menschlichen Lebens, meinte er abschließend, spiele sich in der Arbeitswelt ab, und so sei es wichtig, gerade für Sozialdemokraten, neben der Heimat, in der die Menschen unserer Region wohnten, auch die Arbeitsstätten, in denen sie beschäftigt seien, zu kennen. Diesem Ziel diene die Reihe "Betriebsbesichtigungen" der Bayerisch Gmainer SPD.

Bildunterschrift: Die Besuchergruppe vor der Saline; dritter von rechts Standortleiter Jürgen Engl; in der Mitte MdL Adelheid Rupp; erster von links SPD-Kreisvorsitzender Roman Niederberger, daneben (vorne) Franz Sicklinger, der Vorsitzende der Bayerisch Gmainer SPD




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