14.07.2011

SPD Bayerisch Gmain fordert Umplanung bei der Ortsumfahrung Bad Reichenhall

Bild: BGSw110712
„Kleine“ Lösung statt Tunneltraum

Bei ihrer letzten Zusammenkunft haben sich die Bayerisch Gmainer SPDler erneut mit dem Thema Ortsumfahrung Bad Reichenhall beschäftigt. Nachdem die Olympiabewerbung gescheitert sei, so der Ortsvorsitzende Franz Sicklinger, sei auch das von Minister Ramsauer angedachte Finanzierungsmodell hinfällig. Es wäre hinausgeworfenes Geld, jetzt ein Projekt zu planen, das die nächsten 15 oder 20 Jahre aus finanziellen Gründen ohnehin nicht realisiert werden könne. Schließlich befinde sich das Projekt nur im „Weiteren Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans, und erst müsse eine Vielzahl von Straßenbauvorhaben aus dem „Dringenden Bedarf“ abgearbeitet werden.

Im Interesse des Staatsbads Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain könne aber nicht hingenommen werden, meinte auch Gemeinderat Hans Reisbacher, dass der dringend notwendige Schutz vor Lärm- und Schadstoffemissionen an der jetzigen Umgehungsstraße abermals so lange hinausgeschoben werde, nachdem ohnehin seit dem Beginn der Planungen schon mehr als 30 Jahre vergangen sind. Es müsse eine einfachere Lösung gefunden werden, die finanzierbar und auch kurzfristig realisierbar sei.

Und eine solche Lösung gibt es bereits. Es ist der von dem Dresdner Verkehrsplaner Dr. Ditmar Hunger eingebrachte und von dem Bayerisch Gmainer Dipl.-Ing. Reinhard Müller ergänzte Alternativvorschlag, bei dem auf den Kirchholztunnel komplett verzichtet werden kann. Der Vorschlag sieht vor, durch den Bau von Linksabbiegespuren an den wichtigsten Zufahrten der Umgehungsstraße den Verkehrsfluss zu beschleunigen, so dass ein zweispuriger Ausbau ausreicht; dabei kann ggf. auch die eine oder andere Zufahrt aufgehoben werden. Der Anschluss der B 20 Richtung Berchtesgaden soll in Höhe Festplatz erfolgen, durch einen kurzen Tunnel im Bereich Wertstoffhof Richtung Bayerisch Gmain führen, dann mit einer Brücke Wappach und Bahnlinie überqueren und in die bestehende Trasse einfädeln.

Zum Schutz vor Lärm- und Schadstoffemissionen soll die Umgehungsstraße eben-erdig in architektonisch anspruchsvoller Glas-Stahl-Gestaltung (Architekten-Wett-bewerb) galerieartig zur Saalach hin eingehaust und die Abluft mittels Unterdruck und elektronischer Steuerung durch Klappen und Öffnungen abgesaugt werden. In unterirdischen Nassfilterkammern werden die Abgase gesammelt, gereinigt und an unschädlicher Stelle wieder ausgeblasen. Notwendige Ventilatoren sollten aus schalltechnischen Gründen in den unterirdischen Luftkanälen positioniert werden.

Damit wäre die Stadt vom Durchgangsverkehr Richtung nach bzw. von Berchtesgaden entlastet. Außerdem kann dann das Nachtfahrverbot für LKW beibehalten werden und es würde kein Anreiz für stärkeren Durchgangsverkehr geschaffen. Diese Lösung dürfte mit etwa 40 Mio. € realisiert werden können (gegenüber 168 bis 200 Mio. € der Tunnelvariante) und damit ist eine Finanzierung weit eher möglich als mit den teueren Tunnels.

Die SPD Bayerisch Gmain fordert nun Bundesverkehrsministerium, Regierung von Oberbayern und Staatliches Bauamt Traunstein auf, das laufende Planfeststellungsverfahren abzubrechen, die vorgeschlagene Variante ernsthaft zu prüfen, das Projekt in den Dringenden Bedarf des Bundesverkehrswegeplans einzustellen und eine baldige Realisierung zu ermöglichen.





zurück

Dr. Bärbel Kofler

Dr. Bärbel Kofler
Unsere Bundestagsabgeordnete - Für Sie in Berlin!

SPD-Kreisverband Berchtesgadener Land

SPD-Kreisverband Berchtesgadener Land

Dr. Herbert Kränzlein

Dr. Herbert Kränzlein
Unser Landtagsabgeordneter - Für Sie in München!

Maria Noichl

Maria Noichl
Unsere Europaabgeordnete - Für Sie in Brüssel!