08.08.2011

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, informiert sich über den Kirchholztunnel

Bild: BGSw110807
MdL Markus Rinderspacher am Gollling
Auf seiner Tour durch das Berchtesgadener Land (wir berichteten) machte Markus Rinderspacher, der Fraktionsvorsitzende der SPD im bayerischen Landtag, auch Station am Golling in Bayerisch Gmain. Er ließ sich dort ausführlich über das Planfeststellungsverfahren "B 21 OU Bad Reichenhall (Kirchholz- und Stadtbergtunnel)" informieren.

Der Bayerisch Gmainer SPD-Ortsvorsitzende Franz Sicklinger erläuterte anhand der Unterlagen die Planung und wies auf den enormen Flächenverbrauch der Tunnelplanung und die Vernichtung des wertvollen Naherholungsgebiets Golling hin. "Dabei hat die Kurstadt nicht einmal etwas davon", kritisierte Sicklinger, "denn auch mit den Tunnels fahren im Jahr 2025 nach der Verkehrsprognose immer noch 20.000 Fahrzeuge über die Umgehungsstraße, und das – wie heute - ohne jeglichen Schutz vor Lärm- und Schadstoffemissionen." Wo bleibt da die Erreichung des vom Staatlichen Bauamt Traunstein selbst gesteckten Ziels, nämlich die Entlastung des Stadtgebiets von Lärm- und Schadstoffemissionen", fragte er.

Dr. Wolfgang Guglhör, Reichenhaller SPD-Stadtrat, erinnerte daran, dass nach dem geologischen Gutachten eine Gefährdung der Reichenhaller Solequellen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne und der Bau des Kirchholztunnels deshalb möglicherweise den Lebensnerv der Stadt treffen könnte. Könne denn der Bundesverkehrsminister ein solches Risiko verantworten, fragte er. Roman Niederberger, der ebenfalls anwesende SPD-Kreisvorsitzende, war der Meinung, dass eine Finanzierung des Projekts mit geschätzten Kosten in Höhe von z.Z. 168 Mio. € noch nicht einmal angedacht und auch auf absehbare Zeit nicht zu erwarten sei; trotzdem jetzt mit Nachdruck eine Planung ohne Realisierungschancen durchzupeitschen und nicht unerhebliche Planungskosten zu verursachen, hieße das Geld des Steuerzahlers zum Fenster hinauszuwerfen, entrüstete er sich.

Franz Sicklinger kam dann zurück auf die Notwendigkeit, das Stadtgebiet entlang der Umgehungsstraße von Lärm- und Schadstoffemissionen zu entlasten und forderte nachdrücklich von Straßenbaubehörde und Bundesverkehrsministeriums, im Interesse des Kurortcharakters von Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain tätig zu werden. "Da hilft es aber nicht", wandte er ein, "ein Wolkenkuckucksheim zu planen, das vielleicht, wenn überhaupt, in 20 oder 30 Jahren gebaut werden kann; was wir brauchen, ist eine effiziente, umweltschonende und finanzier- und realisierbare Lösung". Diese Lösung sieht die Bayerisch Gmainer SPD in der vom Verkehrsexperten Dr.Ing. Ditmar Hunger vorgeschlagenen Anbindung der B 20 mit einem Kreisverkehr auf Höhe Festplatz, einem kurzen Tunnel am Reichenhaller Wertstoffhof und einer Einfädelung beim Schmölzl-Gelände über Wappach und Bahn auf die alte Trasse. Die Umgehungsstraße solle man durch den Bau von Linksabbiegespuren an wichtigen Zufahrtsstraßen und der Tankstelle (und evtl. durch die Aufhebung weniger wichtigen Zufahrten) beschleunigen; ausschlaggebend sei aber insbesondere ein Schutz der Umgebung vor Lärm- und Schadstoffemissionen nach dem von dem Bayerisch Gmainer Dipl.Ing. Reinhard Müller entwickelten Konzept einer ebenerdigen Teileinhausung mit Schadstoffabsaugung und -reinigung.

Der SPD-Spitzenpolitiker Markus Rinderspacher konnte angesichts der örtlichen und sachlichen Gegebenheiten einer Tunnellösung auch nichts abgewinnen und zeigte sich beeindruckt von den Argumenten der Tunnelgegner; er kündigte an, im Landtag eine Anfrage an die Bayerische Staatsregierung zu den Hintergründen und Auswirkungen dieser Planung einbringen zu wollen. Außerdem regte er an, beim Landtag eine Petition einzubringen, damit sich der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landtags mit der Sache befasse; eine Anregung, die bei den Besprechungsteilnehmern sofort auf fruchtbaren Boden stieß. Am Ende waren sich alle einig: Kirchholztunnel – Nein danke! Nicht mit uns!



Bildunterschrift: v.l.n.r.: MdL Markus Rinderspacher, Fraktionsvorsitzender der Landtags-SPD; Franz Sicklinger, Ortsvorsitzender der SPD Bayerisch Gmain; Manfred Adldinger, Stadtrat und Bürgermeister Bad Reichenhall; Dipl.-Ing. Reinhard Müller, Bayerisch Gmain, Entwickler des Einhausungskonzepts an der Umgehungsstraße; Elli Reischl von der Reichenhaller SPD; Roman Niederberger, SPD-Kreisvorsitzender




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