22.11.2011

Knappe Mehrheit für Hotelansiedlung – Aus der Gemeinderatssitzung vom 21.11.2011

Bild: BGSw111122
So oder so ähnlich stellt sich der Investor die Hotelplanung vor
Mit der denkbar knappsten Mehrheit von 8:7 sprach sich der Bayerisch Gmainer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für die Ansiedlung eines 4-Sterne-Hotels in Bayerisch Gmain aus. Außerdem ging es noch um die im nächsten Jahr geplanten Investitionen und zwei Bauanträge.

Breiten Raum nahm die Diskussion ein um ein angedachtes Hotelprojekt auf einer Wiese nördlich der Untersberg-/östlich der Dorfbauernstraße. Eine Projektentwicklungsgesellschaft will das 30.000 qm große Grundstück erwerben und darauf ein 4-Sterne-Hotel mit 125 Zimmern und 50 Suiten und einem großen Wellnessbereich mit Hallenbad errichten. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Es ging also zunächst nur um die Frage, ob die Gemeinde dieses Grundstück für diesen Zweck verkaufen solle oder noch genauer, ob der Bürgermeister zu Vertragsverhandlungen bevollmächtigt werden solle. Die Diskussion drehte sich verständlicherweise aber darum, ob man überhaupt eine Hotelansiedlung in dieser Größenordnung wünsche, und da prallten die gegensätzlichen Meinungen aufeinander.

Die Befürworter argumentierten, dass Bayerisch Gmain vom Tourismus lebe und dass man den seit Jahren schwindenden Gästezahlen entgegenwirken müsse; wie alle diesbezüglichen Gutachten übereinstimmend feststellen, könne man das nur mit einem Hotel des gehobenen Standards mit umfangreichem Wellness- und Gesundheitsangebot erreichen. Auch die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Gemeinde und die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen wurden ins Feld geführt. Schließlich verspreche man sich davon auch Synergieeffekte, die Gäste des Hotels würden auch andere Geschäfte, wie z.B. Gaststätten, Bäcker, Metzger, Friseur usw. frequentieren.

Die Gegner hielten dem entgegen, dass ihrer Meinung nach die Gäste wegen der intakten Natur nach Bayerisch Gmain kämen und die Verbauung der Wiese eher einen negativen Effekt auf die Gästezahlen haben werde. Zudem würde das neue Hotel den bestehenden Beherbergungsbetrieben die Gäste wegnehmen. Auch der hohe Flächenverbrauch wurde beklagt. Eine Rolle spielte noch die noch ungeklärte Frage der Zufahrt und die Befürchtung, dass dafür nochmals Wiesenflächen geopfert werden müssten. Die Abstimmung brachte dann das knappe Ergebnis von 8:7 Stimmen, der Bürgermeister und die Verwaltung wurden damit beauftragt, in Verhandlungen mit den Kaufbewerbern einzutreten.

Leichter ging es bei den beiden Bauanträgen, obwohl jeweils eine Befreiung von den Festlegungen des Bebauungsplans bzw. der örtlichen Bausatzung notwendig war. Der vorgesehene Anbau an ein Wohngebäude in der Sonnenstraße überschreitet die dort festgelegten Baumaße, da dies aber städtebaulich vertretbar sei, wurde die Genehmigung mit 10:5 Stimmen erteilt. Ein geplanter Carport am Taufkirchenweg hält den Mindestabstand von er Straße nicht ein, da aber die Zufahrt nicht direkt von der Straße her erfolgt, wurde diese Abweichung einstimmig genehmigt.

Zuvor schon wurden die Räte über die im nächsten Jahr geplanten Investitionen informiert. 685.000 € sind 2012 vorgesehen, deutlich weniger als in den Jahren zuvor. 110.000 € braucht die Feuerwehr für ein neues Fahrzeug, 140.000 € fließen in die Stromversorgung und 110.000 in die Abwasserbeseitigung. Straßenerneuerung und -beleuchtung schlagen mit 114.000 € zu Buche. Der Gemeinderat nahm es zur Kenntnis, nicht ohne die Verwaltung zu kritisieren, weil Investitionen und Unterhaltsmaßnahmen nicht deutlich getrennt ausgewiesen sind.




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