18.05.2013

SPD Bayerisch Gmain: Aichertrasse – Nein danke!

Bild: BGSw022604
Auf dieser Wiese ist die Teilung in B 20 (nach Berchtesgaden) und B 21 (Richtung Reichenhall geplant.
Mit dem Aichervorschlag zur Trassenführung der B 20/21 - Ortsumfahrung Bad Reichenhall - befasste sich die Bayerisch Gmainer SPD bei ihrem letzten Monatstreffen und kam dabei zu einer ebenso eindeutigen wie nachdrücklichen Ablehnung dieser Variante. „Das ist nichts anderes wie eine 1 : 1 - Verlegung der Reichenhaller Umgehungsstrasse auf Bayerisch Gmainer Gebiet, und zwar mitten durch den Ort“, fasste es Gemeinderat Johann Reisbacher entrüstet zusammen.

Zuvor hatte der Ortsvorsitzende Franz Sicklinger seine Befriedigung darüber geäußert, dass der Bayerisch Gmainer Gemeinderat in seiner vorletzten Sitzung sich endlich zu einer klaren Stellungnahme zum Kirchholz- und Stadtbergtunnel entschlossen und das Projekt fast einstimmig abgelehnt habe. „Damit hat der Gemeinderat“, sagte er, „dem Antrag des SPD-Ortsvereins aus der Sonderbürgerversammlung vom September vorigen Jahres vollinhaltlich entsprochen.“ Und für die Planungsverantwortlichen sollte nun klar sein, dass nach dem Ergebnis des Reichenhaller Bürgerentscheids und dem jetzigen Beschluss des Bayerisch Gemeinderats weder die Reichenhaller noch die Bayerisch Gmainer den Kirchholz- und Stadtbergtunnel haben wollen.

Auf die Vorgänge um den Vorschlag Aichers zur Neutrassierung der B 20/21 eingehend, bemängelte Sicklinger die unzureichende Information der Bevölkerung. Bereits im Januar habe Aicher seine Pläne dem Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer übergeben, ohne dass davon die Öffentlichkeit erfahren habe. Erst aufgrund der Ausführungen von Baudirektor König in der Reichenhaller Sonderbürgerversammlung (zu der die Bayerisch Gmainer leider keinen Zutritt hatten!) habe man davon erfahren. Und auch jetzt könne man sich nicht ausreichend informieren, weil, obwohl digitale Pläne vorhanden seien, diese weder auf der Seite des Bauamts, noch des Unternehmens Max Aicher noch des Ingenieurbüros Staller zu finden seien.

Anhand des Presseberichts vom 19. April und des dort abgedruckten kleinmaßstäblichen Plans könne man sich der Verlauf so vorstellen: Die Trasse käme unterhalb des Harbachersteigs westlich vom Schleicherbauern aus dem Kirchholz heraus, quere die Talsenke Ortelbach/Großgmainer Gangsteig und (über/unter?)quere das Haus östlich des Pfarrhofs und die Reichenhaller Straße. Auf der Wiese vor der Kirche fände dann die Aufteilung auf die B 20 und die B 21 statt, nach Vorstellung des Planers mit einem Kreisverkehr. Auf dieser Strecke würden dann nach den im Planfeststellungsverfahren veröffentlichten Kurzak-Zahlen über 20.000 Fahrzeuge am Tag fahren, das 2-fache der jetzigen, eh schon hohen Verkehrsbelastung in Bayerisch Gmain.

Hier von „kaum direkt Betroffenen“ zu reden, wie das Herr Aicher lt. Pressemeldung getan hat, sei schon ein starkes Stück, empörte sich Alt-Gemeinderat Franz Kammel. Mitten im Ort direkt vor der Kirche ein Verkehrsdrehkreuz aufzubauen, das wegen der topografischen Gegebenheit (Höhenunterschied zwischen der Kirchenwiese und der weiterführenden B 20) womöglich noch auf Stelzen oder Rampen gestellt werden müsste, sei unvorstellbar. Genau so falsch sei die Aussage, ergänzte Willi Sailer, dass nur ein Grundstückeigentümer betroffen sei, denn vom Schleicherbauern am Kirchholz bis zum Pflegerbauern gegenüber die Kirche, sind es mehrere Grundstückeigentümer, deren Grundstücke durchquert würden. Außerdem handelt es sich, worauf Heinrich Brandauer ja bereits hingewiesen hat, bei dem Feuchtgebiet Ortelbach, das von der Trasse durchquert werden würde, um ein Landschaftsschutzgebiet.

Nicht nachvollziehbar und deshalb erklärungsbedürftig sind auch die Äußerungen der Verantwortlichen. Der Bauamtschef ist zwar skeptisch hinsichtlich der von Aicher/Staller angedachten Einhausung, will aber die Variante „seriös prüfen“ (was das Bauamt übrigens bei den Dr. Hunger-Vorschlägen bis heute nicht getan hat). Der Verkehrsminister bezweifelt ebenfalls die vorgeschlagene Einhausung, findet den Vorschlag aber „hochinteressant“ (Pressemeldung vom 14.Mai 2013) und bringt sogar ein „offenes Tragbauwerk“ ins Gespräch. Die hierzu von ihm gestellte rhetorische Frage „inwieweit dies akzeptiert würde“ können wir ihm an dieser Stelle eindeutig beantworten: „Nie und nimmer, lasst die Finger von dieser völlig untauglichen Variante!““

Franz Sicklinger fasste das Ergebnis der Diskussion zusammen: Weder die im Planfeststellungsverfahren vorgesehene Variante „Kirchholz- und Stadtbergtunnel“ noch der neuerliche Aicher-Vorschlag seien geeignet, die Verkehrsprobleme im Reichenhaller Talkessel in angemessener Weisezu lösen. Außerdem seien sie in den nächsten 20, 30 Jahre nicht finanzierbar. Stattdessen sollte die Stadt Bad Reichenhall nun alles dransetzen, realisier- und finanzierbare Verbesserungen für die geplagten Anwohner der Loferer Straße zu erreichen. Zu nennen wären dabei das Aufbringen von Flüsterasphalt, Geschwindigkeitsbeschränkungen, eine Lärmschutzwand und eine Anlage zur Schadstoffabsaugung im betroffenen Bereich. Auch in Piding wird ein Lärmschutz zur B 20 unter Beteiligung des Staatl. Bauamts errichtet und für die Schadstoffabsaugung gibt es Vorschläge von Dipl.Ing, Reinhard Müller aus Bayerisch Gmain, die man auch einmal ernsthaft prüfen sollte.





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