16.10.2013

Die Skepsis überwiegt

Bild: BGSw131016
Noch mehr Verkehr auf der B 20 mitten durch Bayerisch Gmain
SPD Bayerisch Gmain zur Olympiabewerbung
Über die Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022 und den damit zusammenhängenden Bürgerentscheid diskutierten die Mitglieder der SPD Bayerisch Gmain bei ihrer letzten Zusammenkunft. Die finanzielle Beteiligung des Landkreises, das sich ergebende Kosten/Nutzen-Verhältnis und die zu erwartende hohe Verkehrsbelastung waren die Hauptdiskussionspunkte.

Ob sich der Landkreis in Anbetracht seiner klammen Haushaltslage eine Beteiligung am Bewerbungsbudget in Höhe von 394.000 € leisten könne, fragte Arnim Schläfke, der stellvertretende Ortsvorsitzende. Und ob dem ein gleichwertiger Nutzen gegenüberstehe, bezweifelten Patricia Reisbacher und andere Teilnehmer. Schließlich stünden hier nur die Wettbewerbe Bob, Rodeln und Skeleton auf dem Programm (und im Mittelpunkt der Medienberichterstattung), und es sei kaum zu erwarten, dass diese Sportarten im Gefolge der Winterspiele einen Massentourismus zur Kunsteisbahn auslösen werden. Und wenn überhaupt, von einem gesteigerten Bekanntheitsgrad würde der weitaus größte Teil der Orte nicht profitieren. Und die hätten die negativen Auswirkungen schließlich genauso zu tragen.

Gerade für die Orte zwischen der Autobahn und der Austragungsstätte sowie zwischen dem Olympischen Dorf und Schönau ist eine enorme Steigerung des Verkehrsaufkommens zu erwarten, war sich Franz Sicklinger sicher. Das Faltblatt des Landkreises verspricht zwar vollmundig „Öffentlicher Transport hat Vorrang“, verschweigt aber geflissentlich, wie das zu bewerkstelligen ist. Mit der BLB im 1-Stunden-Takt und der relativ geringen Transportkapazität bestimmt nicht! „Autos würden über ein weiträumiges P+R-System abgefangen werden“, verspricht das Flugblatt weiter. Ja wie denn, würde die B 20 für den Individualverkehr gesperrt und ließe sich das durchsetzen? Oder will man gar das gescheiterte Projekt „Kirchholztunnel“ wieder aus der Versenkung holen?Davon hätten aber auch nur die Reichenhaller etwas, nicht aber die Pidinger, Bayerisch Gmainer und Bischofswieser.

Im Übrigen wurde die unzureichende Information der Bevölkerung lebhaft kritisiert. Abgesehen davon, dass das Landkreisfaltblatt nur eine einseitige Information enthält (das mag zwar rechtlich in Ordnung sein, ist aber nicht fair), wären „offizielle“ Informationsveranstaltungen an zentralen Orten richtig gewesen, wo Befürworter und Gegner ihre Standpunkte darstellen, die Bürger ihre Meinung einbringen und offene Fragen hätten geklärt werden können. Antragsteller zum Bürgerentscheid ist ja der Landkreis, deshalb wäre die Information der Bürger seine Bringschuld gewesen.

Solange wichtige offene Fragen nicht geklärt und überzeugend beantwortet sind, kann die SPD Bayerisch Gmain keine Zustimmung beim Bürgerentscheid empfehlen, fasste der Ortsvorsitzende Franz Sicklinger die Diskussion abschließend zusammen.



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