23.08.2014

Bayerisch Gmainer SPD-ler besuchen das Klärwerk

Bild: BGSw14082203
Die SPD-Besuchergruppe im Klärwerk Bayerisch Gmain
Es wird zusammen mit der Gemeinde Großgmain betrieben
Im Rahmen ihres Programms "Besichtigung heimischer Betriebe" besuchten die Bayerisch Gmainer Sozialdemokraten das Klärwerk. Es weist eine Besonderheit auf, denn es versorgt nicht nur die Gemeinde Bayerisch Gmain, sondern auch die benachbarte österreichische Gemeinde Großgmain. Die Besucher erfuhren dabei viel Neues und staunten über die Komplexität der Abläufe und wie viele Komponenten und Prozesse zusammenwirken, bis am Ende klares Wasser in den Weißbach eingeleitet wird. Durch den Betrieb führte sachkundig und informativ der Klärwärter Harry Pirker.

Das Klärwerk ist auf 11.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt, ca. 8 – 9.000 sind derzeit ausgeschöpft, es ist also noch Luft nach oben, sprich die Ansiedlung von Betrieben und der Bau von Wohnungen kann noch verkraftet werden. Die beiden Gemeinden sind etwa gleich am Abwasseraufkommen beteiligt und teilen sich dementsprechend auch die Investitions- und Betriebskosten. Das Aufkommen an Abwasser liegt bei etwa 1.200 m3/Tag an trockenen Tagen, verarbeitet werden maximal 54 l/sec., ist das Aufkommen bei starkem Regen höher, wird das Wasser in einem Regenrückhaltebecken mit einer Kapazität von 700 m3 zwischengespeichert.

Aus dem Zulauf fließt das Abwasser über einen sog. Rechen, wo eine mechanische Reinigung stattfindet, Sand, Grobstoffe und Fett wird hier ausgeschieden. Von da kommt das Abwasser in das Vorklärbecken. Hier setzt sich der Schlamm ab, wird mechanisch abgezogen und in den Faulturm eingelagert, wo er in ca. 20 Tagen "eingedickt" wird; von dort geht’s in den Schlammspeicher, wo er von externen Abnehmern abtransportiert wird. Bei der Vergärung des Schlamms entsteht Gas, das nicht nur zur Erwärmung des Schlamms im Faulturm, sondern auch zum Beheizen für die Klärwerksgebäude verwendet wird.

Das „entschlammte“ Wasser fließt vom Vorklärbecken dann in das Bio-P-Becken, wo das Phosphat abgebaut wird. Vom Bio-P-Becken geht’s weitrer in das sog. Belebungsbecken, dem interessantesten Teil des Klärwerks. Hier nämlich werden die organischen Stoffe der bis dorthin noch braunen Brühe von "kloane Viecherl", wie Harry Pirker schmunzelnd sagte, also von Bakterien und Mikroorganismen biologisch rückstandsfrei abgebaut. Man muss schon fast ein Chemiker sein, um diesen Vorgang zu verstehen, diese bezeichnen den Vorgang als Stickstoff-Elimination und Stickstoff-Oxydation. Vereinfacht ausgedrückt, werden die organischen Verbindungen im Abwasser in gasförmigen Stickstoff umgewandelt, der an die Luft abgegeben wird. Vom Belebungsbecken kommt das Wasser in das Nachklärbecken und von dort fließt klares Wasser dann in den Weißbach.

Harry Pirker wies auch darauf hin, dass in den letzten 10 Jahren in ökologischer Hinsicht einiges verbessert worden sei, so habe sich der Stromverbrauch mehr als halbiert, und das im Faulturm entstehende Gas, das früher abgefackelt wurde, werde nun zum Heizen verwendet. Auch im Vergleich der Betriebskennzahlen mit anderen Klärwerken stehe das Bayerisch Gmainer gut da. Die Kommunalpolitiker interessierten sich noch für die nun bevorstehende Sanierung des Klärwerks, und was da im einzelnen vorgesehen sei. Details konnte Pirker nicht nennen, da es noch keine genauen Pläne gebe. Ein renommiertes Ingenieurbüro habe eine Kostenkalkulation erstellt, aufgrund derer 2015 1,8 Mio. € und 2016 1,0 Mio. € an Investitionskosten im Haushalt der Gemeinde vorgesehen seien.

Der SPD-Ortsvorsitzende Franz Sicklinger gab seiner Überzeugung Ausdruck, die Teilnehmer hätten einen Einblick in die komplexe Technologie eines Klärwerks gewonnen, und gesehen, wie wichtig für die Umwelt dessen moderne Ausstattung sei. Abschließend dankte er unter dem Beifall der Anwesenden Harry Pirker für seine erfolgreiche Arbeit im gemeindlichen Klärwerk und insbesondere auch für die informative Führung am heutigen Tag.




zurück
Termine
22.09.2017 20.00 Uhr
Wahlkampfendspurt mit Natascha Kohnen

Die SPD Berchtesgadener Land lädt zum Wahlkampfendspurt mit der Vorsitzenden der BayernSPD Natascha Kohnen und der heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler ein.
Mehr Infos...

Dr. Bärbel Kofler

Dr. Bärbel Kofler
Unsere Bundestagsabgeordnete - Für Sie in Berlin!

SPD-Kreisverband Berchtesgadener Land

SPD-Kreisverband Berchtesgadener Land

Dr. Herbert Kränzlein

Dr. Herbert Kränzlein
Unser Landtagsabgeordneter - Für Sie in München!

Maria Noichl

Maria Noichl
Unsere Europaabgeordnete - Für Sie in Brüssel!