23.09.2014

Bleibt Bayerisch Gmain bei der Kur GmbH?

Bild: BGSw090933
Der Fischbrunnen im Kurgarten Bayerisch Gmain
Sondersitzung des Bayerisch Gmainer Gemeinderats am 22.09.2014
Die Gemeinde Bayerisch Gmain ist mit 7 % als Gesellschafter an der Kur GmbH beteiligt. In der Vergangenheit waren mehrfach Zweifel aufgetaucht, welchen Nutzen die Gemeinde davon habe und ob man nicht aus der Gesellschaft ausscheiden solle. Eine Gelegenheit dazu gäbe es zum Jahresende 2016, wo ein Sonderkündigungsrecht vertraglich festgelegt ist. In einer Sondersitzung des Gemeinderats wurden nun die Konsequenzen eines solchen Schrittes und die Vor- und Nachteile der Zugehörigkeit zum Staatsbad erörtert. Fazit: Zwar wurde noch kein Beschluss gefasst, aber anhand der Diskussionsbeiträge ist ziemlich klar abzusehen, dass Bayerisch Gmain „bei der Stange“, d.h. bei der Kur GmbH bleiben wird.

Eingangs verlas Bürgermeister Hawlitschek eine Stellungnahme des bayerischen Finanzministeriums, in der es heißt, dass im Falle eines Ausscheidens die beiden anderen Gesellschafter (Freistaat Bayern und Stadt Bad Reichenhall) die Anteile übernehmen müssen. Bayerisch Gmain würde den Status Staatsbad verlieren, die Gäste müssten aber trotzdem weiterhin die Kurtaxe bezahlen, weil die Einteilung der Kurtaxbezirke landesweit staatlich festgesetzt wird.

Der Bürgermeister zeigte dann noch an der rückläufigen Entwicklung der Übernachtungs-, Gästeankunfts- und Bettenzahlen auf, dass dringend Handlungsbedarf bestehe.
Anmerkung der Redaktion: Spricht das nun für oder gegen die Kur GmbH? Braucht man sie für die weitere Entwicklung, oder ist sie für die negative Entwicklung verantwortlich?

In einem umfangreichen Zahlenwerk stellte sodann der Bürgermeister die finanziellen Auswirkungen gegenüber. Die Kur GmbH erbringt im Gemeindebereich Leistungen im Umfang von knapp 400.000 € (Haus des Gastes, Veranstaltungen, Gartenpflege, Marketing), der Verlustausgleich der Gemeinde an die Kur GmbH liegt bei 143.000 €. Würde die Gemeinde die jetzt von der Kur GmbH erbrachten Leistungen selbst ausführen, würde dies einen Aufwand von rund 584.000 € bei Erträgen von 190.000 € erfordern.

Nach diesem Sachvortrag wollte sich kaum noch einer der Räte für einen Austritt aus der Kur GmbH aussprechen, jedoch wurde mehrfach Kritik an ihr und an der BGLT geübt. Die Kur GmbH arbeite zu langsam und reagiere zu träge, und in Richtung BGLT wurde der Vorwurf erneuert, dass vorwiegend der innere Landkreis beworben werde. Auch das Beispiel Piding wurde angezogen, das, ohne zur Kur GmbH und zum Staatsbad zu gehören, seinen Gästen günstige Leistungen anbiete, und z.B. den Eintritt in die Therme sogar günstiger als die Kur GmbH selbst verkaufe. Zum Schluss kündigte der Bürgermeister an, dass in einer der nächsten Sitzungen der Austritt aus der Kur GmbH zur Abstimmung vorgelegt werde.



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